Das Facelift zum Modelljahr 2000 hat dem
Primera wie dem Primera Traveller optisch sehr gut getan. Feiner und eleganter sind die
Linien um den bekannten Nissan-typischen "Double Wing"-Kühlergrill und die
jetzt mandelförmigen Scheinwerfer geworden. Das Heck des Traveller ist unverändert,
machte aber auch vorher schon was her. Feinschliff hat der in Europa entwickelte und
gebaute Japaner auch unter dem feinen Blechkleid bekommen: insgesamt gut 600
Detailverbesserungen sorgen für mehr Komfort für die Passagiere.

Nach der viertürigen Nissan Primera
Limousine haben wir uns nun auch den Mittelklasse-Kombi Traveller näher angeschaut, um zu
gucken, was sich gegenüber dem Kombi-Vorgänger getan hat. Unser fichtengrüner Primera
Traveller fuhr mit der Top-Ausstattung Elegance und dem Basis-Ottomotor der Kombi-Baureihe
mit 1,8 Litern Hubraum und 114 PS vor.
Im Innenraum hat sich kaum was geändert.
Das Cockpit ist jetzt zweifarbig gestaltet: Oben dunkel, unten hell. Eher funktional ist
nach wie vor die stilistische Anmutung des Armaturenbrettes. Aber qualitätsmäßig ist da
nichts zu bemängeln: Hochwertig und sauber verarbeitet sind die Armaturen und
Verkleidungen im gesamten Innenraum. Auch gibt die Bedienung der Schalter und Anzeigen dem
Fahrer keinerlei Rätsel auf.

Die stufenlose Regelung der
Intervall-Schaltung für die Scheibenwischer sind nach wie vor klasse. Zu den praktischen
Details gehört der Taschenhaken an der Rückseite des Fahrersitzes sowie eine
12-V-Steckdose im Laderaum. Die dunkleren Teppiche im ansonsten hellen Innenraum sehen
nicht nur gut aus, sie sind auch weniger schmutzempfindlich als helle. Auch das
"Anti-Hijack-System" ist intelligent für Leute, die viel allein unterwegs sind:
Auf den ersten Klick der funkfernbedienten Zentralverriegelung öffnet sich nur die
Fahrertür, auf den zweiten Klick die Restlichen. Allerdings fehlt ein beleuchteter
Innenspiegel in der Sonnenblende auf der Fahrerseite (auf der Beifahrerseite ist er
Serie).
Die
Vordersitze sind angenehm straff und bieten guten Seitenhalt. Die neugestalteten
Sitzlehnen sowie 8 cm mehr Karosserielänge sorgen für mehr Kniefreiheit in Fond, wo auch
bislang Normalgewachsene nicht über zu wenig Platz klagen konnten. Die Rundum-Sicht ist
akzeptabel, wenn man die mittlere (Fullsize-)Kopfstütze entfernt, so man den maximal zu
Viert fährt.
Die Heckpartie mit der geschwungenen
Heckklappe sieht schick aus, verkleinert aber im Zweifelsfalle auch den Nutzraum. Dennoch:
das Laderaumvolumen reicht von 430 Litern bis zu üppigen 1.650 Litern bei umgeklappter
Rückbanklehne und dachhoher Beladung. Dafür sind allerdings die 395 kg maximale Zuladung
etwas wenig. Der ebene Laderaum ist über eine 61 cm hohe Ladekante gut zu erreichen und
auf 130 cm Ladetiefe und zwischen 168 (vorne) und 145 cm (zwischen den Radkästen)
Ladebreite gut nutzbar. Die Rückbanklehne ist asymmetrisch geteilt. Leider befindet sich
rechts der schmalere Teil, so dass ein Einladen breiter, sperriger Güter bis zum
Armaturenbrett bei gleichzeitiger Mitnahme eines Passagiers, der tragen hilft, unmöglich
wird. Den Laderaumboden kann man zudem herumdrehen: Dann erhält man eine Plastikwanne, in
der sich feuchte und nicht ganz saubere Gegenstände Gummistiefel, die Blumentöpfe
vom Gärtner sauber und problemlos transportieren lassen.
Die Klimaautomatik ist bereits ab der
Basisversion Serie. Serienmäßig verfügt die Elegance-Ausstattung über Ledersitze,
elektrisch einstellbaren Fahrersitz sowie Sitzheizung vorne, Heizdüsen im Fond, ein
Holz-/Lederlenkrad,, Holz-/Lederschaltknauf und Holzdekor an der Mittelkonsole,
Leichtmetallfelgen, Alarmanlage, Bordcomputer sowie Radio mit CD-Wechsler und
Fernbedienung am Lenkrad, neu als Serienausstattung sind die Xenon-Scheinwerfer mit
Scheinwerfer-Reinigungsanlage und Leuchtweitenregulierung.

Neu entwickelt wurde für das Facelift
der 1,8-Liter-Ottomotor. Wie alle Nissan-Motoren (außer bei betont sportlichen Modellen)
ist der 1.8er eher auf Sparsamkeit ausgelegt. Die lange Getriebeübersetzung tut ihr
übrige für sparsamen, aber nicht sonderlich temperamentvollen Vortrieb. Wer dies durch
einen stärkeren Tritt aufs Gaspedal auszugleichen versucht, wird auch mit höherem
Verbrauch bestraft. Freunde der gelassenen Fortbewegung sind mit diesem Motor allerdings
gut bedient. An Durchzugskraft ist der 114-PS-Motor für den fast 1,4 t schweren Kombi
ausreichend. Dafür läuft der Motor verhältnismäßig vibrationsarm, aber nicht
unbedingt sehr leise. Insgesamt hält sich das Geräuschniveau im Innenraum sowohl vom
Motor als auch von Windgeräuschen in Grenzen.
Die Beschleunigung von Null auf Tempo 100
schafft der frontgetriebene Kombi in 11,2 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit von 191
km/h ist für zügige Überholmanöver gut. Den Verbrauch gibt Nissan mit 9,9 Litern
Superbenzin je 100 km innerorts, 6 Litern außerorts und 7,4 Liter im gemischten Zyklus
nach EU-Norm an. Wer den sportlichen Antritt liebt, kommt aber insgesamt eher auf neun,
zehn Liter auf 100 Kilometern. Der Motor erfüllt die D4-Abgasnorm.
Die Schaltung lässt sich kurz und direkt
betätigen, die Gänge liegen sehr dicht beieinander. Die Bremsen (groß dimensionierte
Scheibenbremsen rundum, vorne innenbelüftet) werden jetzt nicht nur von ABS und EBV
unterstützt, sondern auch vom serienmäßigen Bremsassistenten. Spurtreu und abrupt kommt
der Kombi bei einer Vollbremsung zum Stand.

Die Lenkung arbeitet präzise und
vermittelt guten Fahrbahnkontakt. Der Kombi ist nicht so agil und dynamisch wie die nur 90
kg leichtere Limousine der gleichen Baureihe, aber gutmütig und berechenbar, neutral bis
in hohe Kurvengeschwindigkeiten und überhaupt nicht aus der Ruhe zu bringen.
Er meistert auch plötzliche
Spurwechseln, ohne den Fahrer in Verlegenheit zu bringen. Sportlich-straff gefedert, ohne
jedoch unkomfortabel zu sein, liegt er sicher auf der Straße. Fast schon wendig umkurvt
er plötzlich auftauchende Hindernisse, da kommt Freude auf. Plötzliche doppelte
Spurwechsel quittiert er mit geringer Seitenneigung, die Karosserie schaukelt sich nicht
auf. Das einzige Manko ist der große Wendekreis der 4,58 m langen Karosserie.
Die serienmäßige Sicherheitsausstattung
ist klassenüblich: Flankenschutz in den Türen, eine gezielt verstärkte Fahrgastzelle,
Front- und Seitenairbags für die Frontpassagiere, Drei-Punkt-Gurte und Kopfstützen auf
allen fünf Sitzen, zwei Isofix-Kindersitzvorrüstungen hinten, Gepäckraumtrennnetz sowie
Laderaumabdeckung, ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung und Bremsassistent.

Den Primera Traveller gibt es ab 37.200
Mark in Basis-Ausstattung, aber nur mit 90-PS-2-Liter-Turbodieselmotor. Der 1.8er kostet
in Comfort-Ausstattung ab 40.200 Mark, in Elegance-Ausstattung ab 43.700 Mark. Ab der
Comfort-Ausstattung verfügt der Primera Traveller schon über die notwendigen kleinen
Annehmlichkeiten des Autofahrerlebens serienmäßig, die Elegance-Version kann zusätzlich
mit Ledersitzen, Sitzheizung vorn, Holz-/Lederlenkrad mit Radiofernbedienung, Hifi-Anlage,
Bordcomputer, Leichtmetallfelgen und Alarmanlage aufwarten. Extra kosten die
Mineraleffekt-Lackierung (850 Mark) sowie ein als Sonderausstattung erhältliches
Glas-Hub-Schiebedach. (1.500 Mark). Das ebenfalls als Sonderausstattung angebotene
Hypertronic-CVT-Automatikgetriebe ist nur für die Topmotorisierung zu haben. Alle 15.000
km wird ein Ölwechsel fällig, alle 30.000 km (oder einmal im Jahr) eine Inspektion.
Unterm Strich bietet der Primera Traveller ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Bei den Versicherungseinstufungen
17 / 20 / 27 (KH / VK / TK) liegt der Primera Traveller in der Haftpflicht eher
etwas über, in der Kasko etwas unter dem Durchschnitt vergleichbarer in- und
ausländischer Wettbewerber.
Nissan gewährt ein Jahr Garantie ohne
Kilometerbegrenzung, 3 Jahre bis 100.000 Kilometer und drei Jahre auf den Lack, sechs
Jahre Garantie gegen Durchrostung sowie ein Jahr auf alle vom Nissan-Partner eingebauten
Originalteile und eine europaweite Mobilitätsgarantie beim Einhalten der
Inspektionsintervalle. |