Der Ferrari FF läutet ein neues Sportwagenzeitalter ein

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Das Wort „Four“ (engl. vier) spielt in der Sportwagenschmiede aus Maranello derzeit wohl die wichtigste Rolle. Die Zahl bezieht sich auf zwei Eigenschaften des neuen „Ferrari Four“ (kurz FF), welche eine ganz neue Ära bei dem italienischen Edelrennstall einläuten. Worum es geht: Die vier Sitze des FF sind ungewöhnlich, aber noch keine Neuerung.

In der Vergangenheit gab es bereits mehrere Ferrari-Modelle für vier Insassen. Komplett neues Terrain betritt man hingegen mit der zweiten Vier, denn diese steht für den 4-Rad-Antrieb des Boliden. Eine Premiere also für ein Serienmodell aus Norditalien. Auch das Karosseriekonzept ist ein Novum, zumindest wenn man vom in den 60er Jahren durch abtrünnige Ferrari-Ingenieure als Sonderanfertigung entwickelten Ferrari 250 GT Bread Van einmal absieht.

Erstmalig wird ein sogenanntes Shooting-Brake-Heck, und damit eine sehr seltene Wagenaufbau-Variante, verwendet. Dass der FF ein vollwertiger Ferrari ist, zeigt der weiterentwickelte V12-Motor mit stolzen 660 PS, und einer Start-Stopp-Automatik, die für beste Fahrleistungen sorgt.

Das „Leisetreten“ fällt dem Four im Stadtverkehr nicht schwer. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet automatisch, die adaptiven Dämpfer arbeiten effektiv im Komfortmodus. Viel wichtiger ist allerdings, ob der FF auch die schnellere Gangart beherrscht, und das tut er ganz offensichtlich. Der extrem leistungsstarke V12 mit 6,3 Litern Hubraum und Benzin-Direkteinspritzung ist eine Weiterentwicklung auf Basis des Ferrari 599-Triebwerks.

Was den neuen allerdings vom legendären 599 unterscheidet, ist sein Drehmoment. Die 683 Nm sorgen für frühzeitige, maximale Leistung schon ab 1750 Umdrehungen, und so sprintet der FF trotz seines zusätzlichen Gewichts in 3,7 Sekunden von Null auf Hundert. Natürlich darf dabei der entsprechende Sound nicht fehlen und auch in dieser Hinsicht stellt der Four klar, ein echter Ferrari zu sein.

Für den perfekten Fahrspaß lässt sich der Manettino genannte Drehschalter für die Fahrdynamikprogramme am Lenkrad auf „Sport“ stellen. Agil und wendig, und mit wenig Karosserieneigung legt sich der FF in die Kurven. Die hart eingestellten Dämpfer sorgen dafür, dass man die Fahrbahn besser einschätzen kann. Bei all diesen typisch italienischen Fahreigenschaften vergisst man schnell, dass es sich hier um einen Viersitzer mit beeindruckend großem 450 Liter -Kofferraum handelt.

Der Allradantrieb 4RM schlägt nur mit 45 zusätzlichen Kilos zu Buche und ist damit bis zu 50 Prozent leichter als vergleichbare Systeme. Unterm Strich ist der neue Ferrari FF so gut wie konkurrenzlos, denn etwas Vergleichbares zu finden wird schwer. Der Bentley Continental GT kommt wohl noch am ehesten in Frage, aber der Brite ist weniger agil, viel schwerer und bietet dabei noch nicht einmal so viel Platz wie der Italiener.

Auch der Aston Martin Rapide kommt dem FF nahe, setzt aber mehr auf edle Fortbewegung denn auf sportliche Wendigkeit. Ferrari schnuppert also Morgenluft und setzt mit dem Four ganz neue Maßstäbe in Sachen Vierradantrieb und sportlichem Platzangebot.

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